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5. Juni 2015 /// Deutscher Evangelischer Kirchentag Stuttgart /// Kulturkirche (Hospitalkirche, Hospitalstr. 20) /// 11:00 Uhr bis 13:00 Uhr

Kirchentag (3): Fremdsingen und Gasthören

Musik als interreligiöser Erinnerungsspeicher

Ob Juden, Christen und Muslime miteinander beten können, ist schon oft gefragt worden. Aber können sie miteinander singen? Können sie sich in der Musik begegnen, einander besser kennenlernen? Die Antwort hierauf ist schnell gegeben. »Ja, natürlich!«, sagen die einen. »Selbstverständlich nicht!«, sagen die anderen. Im trialogischen Podiumsgespräch soll beiden Positionen auf den Grund gegangen werden.

Wenn im interreligiösen Dialog nach dem Verbindenden und dem Trennenden gesucht wird, konzentriert man sich dabei oft auf die theologisch-inhaltliche Ebene und vergleicht beispielsweise, wie Abraham oder Jesus, die Schöpfung oder das Verhältnis der Geschlechter von den unterschiedlichen Religionen betrachtet und verstanden wird. Doch auch auf ästhetischer Ebene gibt es solche interreligiösen Unterschiede und Gemeinsamkeiten - und vielleicht sind sie hier manchmal sogar noch prägender als im Theologischen.

Dies gilt auch und gerade in der Musik: Sie kann als positiver Erinnerungsspeicher wirken und von vergangenen Phasen eines friedlichen Nebeneinanders und fruchtbaren Austauschs erzählen. Sie kann aber auch von den Altlasten der Vergangenheit, von der Feindseligkeit und Schuld unserer Vorfahren kontaminiert sein. Sie kann die Fremdheit »der Anderen« ganz unmittelbar spürbar machen. Sie kann aber auch falsche Nähe und trügerische Vertrautheit suggerieren. Und wer dem Fremden immer wieder begegnet, dem kann es vertraut werden - und umgekehrt (indem er lernt, das Eigene mit neuen Ohren zu hören).

Auf dem Podium: Dr. Tuba Işık (komparative Theologin, Paderborn), Bernhard König (Projektleiter TRIMUM, Korschenbroich), Prof. Dr. Frederek Musall (Jüdische Philosophie und Geistesgeschichte, Heidelberg). Moderation: Johanna Schatke

Im Anschluss:

Mit Oud und Ney statt Posaunenchor. Kirchentagslieder in trialogischer Fassung

Mit Bettina Strübel und dem TRIMUM-Ensemble. Hospitalhof, Innenhof (Büchsenstr. 33)